{"id":2014,"date":"2023-11-17T17:43:52","date_gmt":"2023-11-17T17:43:52","guid":{"rendered":"https:\/\/olafboehme.art\/?p=2014"},"modified":"2023-11-20T15:57:35","modified_gmt":"2023-11-20T15:57:35","slug":"die-essenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.olafboehme.art\/?p=2014","title":{"rendered":"Die Essenz"},"content":{"rendered":"\n<p>Luiza wirft mir in der ihr eigenen Emotionalit\u00e4t und Begeisterungsf\u00e4higkeit des \u00d6fteren einen Satz um die Ohren, der mich nachdenklich macht.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Olaf, das ist unglaublich! Du hast ein Talent, die Essenz der Dinge\/Menschen wiederzugeben!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-377\" srcset=\"https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-scaled-250x313.jpg 250w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-scaled-400x500.jpg 400w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-1638x2048.jpg 1638w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-1200x1500.jpg 1200w, https:\/\/www.olafboehme.art\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/whensheleft-scaled.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im Januar 2007 war ich mit dem Laufteam im Trainingslager in Portugal. Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, die Begegnungen zu schildern, die aus den 10 Tagen ein intensives Erlebnis machten. Ich las damals im Hotel und im Flieger den &#8222;Nachtzug nach Lissabon&#8220;. Schwierig zu lesen durch die seitenlangen Einsch\u00fcbe mit philosophischen Betrachtungen. Nun, der Autor ist ja auch ein Philosoph.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Die Ferne zu den Anderen, in die uns dieses Bewusstsein r\u00fcckt, wird noch einmal gr\u00f6\u00dfer, wenn uns klar wird, dass unsere \u00e4u\u00dfere Gestalt den Anderen nicht so erscheint wie den eigenen Augen. Menschen sieht man nicht wie H\u00e4user, B\u00e4ume und Sterne.<br>Man sieht sie in der Erwartung, ihnen auf bestimmte Weise begegnen zu k\u00f6nnen und sie dadurch zu einem St\u00fcck des eigenen Inneren zu machen. Die Einbildungskraft schneidet sie zurecht, damit sie zu den eigenen W\u00fcnschen und Hoffnungen passen, aber auch so, dass sich an ihnen die eigenen \u00c4ngste und Vorurteile best\u00e4tigen k\u00f6nnen.<br>Wir gelangen nicht einmal sicher und unvoreingenommen bis zu den \u00e4u\u00dferen Konturen eines Anderen. Unterwegs wird der Blick abgelenkt und getr\u00fcbt von all den W\u00fcnschen und Phantasmen, die uns zu dem besonderen, unverwechselbaren Menschen machen, der wir sind. Selbst die Au\u00dfenwelt einer Innenwelt ist noch ein St\u00fcck unserer Innenwelt, ganz zu schweigen von den Gedanken, die wir uns \u00fcber die fremde Innenwelt machen und die so unsicher und ungefestigt sind, dass sie mehr \u00fcber uns selbst als \u00fcber den Anderen aussagen.&#8220; (Pascal Mercier alias Peter Bieri)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>&#8222;Ich denke, dass ein K\u00fcnstler sein Modell weder sehen noch kennen muss. Ein Portr\u00e4t sollte ihre Seele, ihr Wesen oder ihren Charakter nicht ausdr\u00fccken. Und der K\u00fcnstler sollte darin keine eigene, besondere Wahrnehmung des Modells zeigen \u2026 &#8220; <\/strong>(Gerhard Richter)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Moment widersprechen sich die Zitate vielleicht. Man kann Richters Sichtweise als Misstrauen gegen alles Visuelle deuten, was \u00fcber uns hinweg flutet. Kann man den Bildern noch trauen? Aber was wird bezweckt mit den Manipulationen, die durch KI heute kinderleicht zu bewerkstelligen ist? Man will den Betrachter beeinflussen, schon klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann Kunst dann noch leisten? Ist ein Bild dann gut, wenn es nichts Spezifisches zeigt, was dem Betrachter in seinem Streben nach Erkenntnis und Verst\u00e4ndnis f\u00e4ngt? Wenn es Deutungen zul\u00e4sst und alles Plakative vermeidet? <\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende ist es wohl so. Bestenfalls l\u00f6st es etwas aus und f\u00fchrt zu Kommunikation. Ob es die Essenz darstellt? Vielleicht die eigene Essenz. Ansonsten w\u00fcrde es bedeuten, dass es auch sehr schmerzhaft werden k\u00f6nnte. Wer m\u00f6chte schon in all seinen Widerspr\u00fcchen, seiner Seele &#8222;erkannt&#8220; werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir neigen dazu, eine &#8222;\u00e4u\u00dfere Glasscheibe&#8220; einzuziehen, die allzu tiefe Einblicke verhindert und dem Gegen\u00fcber eine kuriose Mischung aus schemenhaften &#8222;Selbst&#8220; und Spiegelungen zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich merke gerade, das m\u00fcsste man mal malen..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luiza wirft mir in der ihr eigenen Emotionalit\u00e4t und Begeisterungsf\u00e4higkeit des \u00d6fteren einen Satz um die Ohren, der mich nachdenklich macht. &#8222;Olaf, das ist unglaublich! Du hast ein Talent, die Essenz der Dinge\/Menschen wiederzugeben!&#8220; Im Januar 2007 war ich mit dem Laufteam im Trainingslager in Portugal. 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